Kleiner Pieks mit großer Wirkung
Zum Weltblutspendetag am 14. Juni 2021: Blutspenden wird in einer alternden Gesellschaft immer wichtiger – 4 Termine im Juni

Trotz aller wissenschaftlichen Fortschritte kann Blut noch nicht künstlich hergestellt werden. Blutpräparate, die für lebenswichtige Eingriffe wie Tumoroperationen, Organtransplantationen oder schwierige Geburten benötigt werden, können weiterhin nur aus Spenderblut gewonnen werden. Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) organisiert darum fortlaufend Blutspendetermine, um die Versorgung der Kliniken mit Präparaten aus Spenderblut zu jeder Zeit sicherstellen zu können. Dies wird jedoch in einer alternden Gesellschaft immer schwieriger. Am heutigen Weltblutspendetag möchte der BRK-Kreisverband Traunstein die Bürger dafür sensibilisieren, dass viele Patienten dringend auf Blutpräparate angewiesen sind und vor allem junge Menschen zur Blutspende ermutigen.
Blutspenden zwischen 18 und 68 Jahren möglich
Egal ob frisch volljährig oder Rentner: Blut spenden kann jeder zwischen 18 und 68 Jahren und einem Mindestgewicht von 50 Kilogramm, der sich fit und gesund fühlt. Mehr als ein Drittel aller Deutschen kommt somit in Frage. Allerdings spenden derzeit nur wenige Prozent der Bevölkerung tatsächlich Blut – ein beunruhigendes Zeichen angesichts der demographischen Entwicklung und des steigenden Bedarfes an Blutpräparaten. „Rund 80 Prozent der Menschen sind mindestens einmal im Leben auf fremdes Blut oder daraus erzeugte Präparate angewiesen. Deshalb möchten wir besonders junge Menschen darüber informieren, wie einfach es ist, einen wirklich wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft zu leisten. Wir hoffen, dass sich wieder mehr Bürger der Wichtigkeit des Blutspendens bewusst werden“, betont Judith Erlacher, die zuständige Mitarbeiterin beim Roten Kreuz in Traunstein und erklärt: „Je nach Indikation und Therapieform brauchen manche Empfängergruppen Vollblutspenden, andere benötigen einzelne Blutbestandteile wie Erythrozyten, Thrombozyten, Blutplasma oder Stammzellen. All dies kann aus normalen Blutspenden gewonnen werden.“.
Heute und morgen Blutspendetermine in Traunstein
Wer spontan Blut spenden möchte oder es einmal ausprobieren möchte, hat heute (14.6.) und morgen (15.6.) dazu in Traunstein (Berufsschule I, Wasserburger Straße 52, jeweils 15.30 bis 20 Uhr) die Gelegenheit. Zudem finden am Monatsende weitere Termine in Traunreut (28.6., k1, Munastraße 1, 16 bis 20 Uhr) und Siegsdorf (30.6., Mittelschule, An der Schule 10, 16 bis 20 Uhr) statt. Um Wartezeiten zu vermeiden, kann auf www.blutspendedienst.com online ein Termin reserviert werden. Zur Blutspende mitgebracht werden muss lediglich ein amtlicher Lichtbildausweis (Personalausweis, Reisepass oder Führerschein) und – falls bereits vorhanden – der Blutspendeausweis. Da jede Blutspende im Labor auf verschiedene Krankheiten hin analysiert wird, ist die Spende zugleich ein kostenloser Gesundheitscheck. Eine Blutspende ist auch weder gefährlich noch schmerzhaft. Und nach der Blutspende gibt eine Brotzeit zur Stärkung.
Wieso findet der Weltblutspendetag am 14. Juni statt?
Der Weltblutspendetag wurde im Jahr 2004 von der Internationalen Organisation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften, der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der Internationalen Gesellschaft für Transfusionsmedizin und der Internationalen Föderation der Blutspendeorga-nisationen initiiert. Diese vier international agierenden Organisationen setzen sich weltweit für sicheres Blut auf Basis freiwilliger Blutspenden ein. Als Aktionstag wurde der 14. Juni gewählt – an diesem Tag wurde Karl Landsteiner im Jahre 1868 geboren. Der österreichische Pathologe und Serologe entdeckte im Jahr 1901 das AB0-System der Blutgruppen und erhielt 1930 für seine bedeutsamen medizinischen Forschungen auf diesem Gebiet den Nobelpreis für Medizin.