Für Barrierefreiheit und Gleichstellung sensibilisiert
Aktionsprogramm des Roten Kreuzes stieß auf großes Interesse – Ergebnisse präsentiert
Mit einer dreiteiligen, kontaktlosen Aktion beteiligten sich die Sozialen Dienste des Rotkreuz-Kreisverbandes Traunstein am diesjährigen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Das Aktionsprogramm stieß auf großes Interesse. Die inzwischen vorliegenden Ergebnisse wurden im Rahmen einer digitalen Feedback-veranstaltung präsentiert und mit einem Vertreter des Landratsamts Traunstein besprochen.
Offene und empathische Kommunikation wichtig
Zum Auftakt des Aktionsprogramms fand ein digitaler Vortrag zum Thema Gleichstellung und Barrierefreiheit statt. Dieser lieferte neben interessanten Zahlen und Fakten zu Behinderung und Barrierefreiheit auch wertvolle Impulse zur Umsetzung gleichberechtigter Teilhabe. Als Höhepunkt der Veranstaltung berichtete eine sehbeeinträchtigte Mitbürgerin von ihren Erfahrungen und Wünschen. Sie erlebt nach eigenen Angaben zwar eine stetige Verbesserung der Barrierefreiheit, sieht aber weiterhin Handlungsbedarf. Als großen Wunsch formulierte sie, dass Betroffene zukünftig stärker miteinbezogen werden, zum Beispiel in die Planung von Gebäuden und Verkehrswegen. Außerdem erklärte Sie, das A und O sei eine offene und empathische Kommunikation.
Eigene Erfahrungen durch Simulation von Seh- und Hörbeeinträchtigung gewonnen
Tags darauf konnten sich Interessierte vor dem „Rotkreuz-Shop“ in Traunstein kostenlos ein persönliches Informations- und Simulationspaket abholen. Mit den darin enthaltenen Materialien zur Simulation von Seh- und Hörbeeinträchtigung war es möglich, selbst einen Eindruck davon zu gewinnen, wie sich der Alltag mit einer entsprechenden Einschränkung anfühlt und welche Barrieren auftreten. Die dabei gewonnen Eindrücke hielten die mehr als 50 Teilnehmenden in einem Fragebogen fest.
Die Ergebnisse dieser Fragebogenerhebung wurden vom BRK Traunstein auf einer digitalen Feedbackveranstaltung vorgestellt. Mehr als die Hälfte der Teilnehmenden erlebte die Barrieren mit Seh- oder Hörbeeinträchtigung als stark oder sehr stark. Die größten Barrieren nahmen die Teilnehmenden in der persönlichen Kommunikation, im Verkehr, in der Mobilität und beim Einkaufen wahr. Mit eingeschränktem Sehen entdeckten sie außerdem im Haushalt und in der digitalen Kommunikation teils enorme Hürden.
Die generelle Barrierefreiheit in den Geschäften und in der Stadt Traunstein wurde überwiegend mit „kaum barrierefrei“ beurteilt. Als Vorschläge für eine bessere Barrierefreiheit vor Ort sprachen sich die Teilnehmenden dafür aus, größere Schriften zu verwenden, Kontraste zu schaffen oder zu verstärken, Stufen und Schwellen rückzubauen, Straßenübergänge sicherer zu gestalten (z.B. durch akustische Signale) sowie laut und deutlich zu sprechen.
Zum Abschluss der Feedbackveranstaltung diskutierten die Teilnehmenden mit einem Vertreter des Landratsamts Traunstein über die erlebten Barrieren und die Wünsche aus der Mitmach-Aktion und der Betroffenen aus der ersten digitalen Veranstaltung.